Humor und Demenz – passt das zusammen?
Ich finde: Ja.
In diesem Beitrag finden Sie ein Bild von mir – mit einem Huhn auf der Schulter.
Was das mit Humor zu tun hat, verrate ich Ihnen auch noch.

Hier sollen von Demenz Betroffene selbst zu Wort kommen.
Mit diesen Zeilen will ich ihre Komik und ihren Lebensmut feiern.
Nicht ÜBER sie lachen – sondern MIT ihnen.

Wer mit Menschen mit Demenz zu tun hat,
der merkt bald:
Mit Humor kann man vieles besser ertragen.

Wer über knifflige Situationen lachen kann, geht entspannter durch den Alltag.
Schafft Abstand zu sich selbst.
Und zu der Situation.

Wer heiter und gelassen wird, bei dem entsteht Lebensmut, Vertrauen und Nähe.

In meinem Alltag habe ich gesammelt.
Episoden mit Menschen mit Demenz.
Szenen, die zum Lachen anregen.
Aber auch zum Weinen.
Und zum Nachdenken.
Und manchmal alles gleichzeitig.

In diesem Artikel finden Sie jetzt erstmal 20+ Episoden. Schmökern Sie hier. Tauchen Sie ein. Greifen Sie eine einzelne Geschichte heraus. Oder lesen Sie alle. Und am Ende geht es dann darum: Wie soll Humor für Menschen mit Demenz eigentlich sein? Ich wünsche Ihnen, dass Sie am Schluss eines mitnehmen: Demenz kann auch eine leichte Seite haben. Darauf will ich immer wieder schauen.

Zum Schluss möchte ich noch etwas anderes zum Thema Humor sagen.
Und zwar: Wie muss Humor für Menschen mit Demenz sein?

Dazu eine Geschichte:
Zwei Angler sitzen am Fluss.
Der eine fängt einen Fisch.
Und der andere nicht.

Woran das liegt und was das mit Humor zu tun hat, verrate ich Ihnen später.

Zuerst mal wünsche Ich Ihnen viel Grund zum Lächeln und Lachen beim Lesen.

Humor und Demenz #1: „Wie alt bin ich?“

Frau Käfer runzelt die Stirn.
Sie sagt:
„Es wird Zeit, dass ich 80 werde und in Rente gehen kann.“
Darauf antwortet meine Kollegin:
„Aber Sie sind schon weit über 80.“
Frau Käfer schaut sie an: „Aber – wie alt bin ich denn?“
„104!“, stellt meine Kollegin klar.
„Wow“, sagt die Dame.
Sie überlegt kurz.
Dann sagt Frau Käfer:
„Dann ruf ich jetzt beim Bürgermeister an.
Und frag ihn, ob ich mehr Rente krieg.“

Humor und Demenz #2: Nach oben verlagertes Problem

Frau Stein mustert ihre Enkelin.
Die Tochter hatte ihr gerade erklärt, dass ihr der Bauch weh tut.
Sie flüsterte der Großmutter zu:
„Weißt du, Oma, ich habe halt gerade meine Tage.“
Die 87-Jährige Dame runzelt die Stirn.
Dann sagt die demente betagte Frau (und muss dabei lachen):
„Und, weißt du, was?
Ich habe deinen Namen vergessen.
Denn in meinem Alter…
da habe ich meine Tage jetzt halt im Kopf.“

Humor und Demenz #3: Mit Demenz in Mercedes

Thomas ist bei seiner Oma zu Besuch.
Er hat sein neues Auto dabei: Einen Mercedes.
Ein Prachtstück.
Ein richtiger Oldtimer.
So einer wie dieser:

Da sagt die Oma:
„Ich würde so gern mal wieder Auto fahren.“
Sie schaut aus dem Fenster.
Die Edelkarosse funkelt in der Sonne.
Omas Augen leuchten.
Das Problem:
Oma ist dement.
Und das Auto ist teuer.
Der Enkel atmete tief durch.
Er blieb ganz ruhig.
Sagte:
„Komm, Oma.
Wir gehen zum Auto.“
Die anderen von der Familie:
Sie hielten die Luft an.
Schluckten.
Wurden blass.

Wie geht das zusammen:
Ein wertvolles Auto.
Und eine demente Oma?

Thomas half seiner Oma.
Er hielt sie an der Hand.
Gemeinsam gingen sie zur Edelkarosse.
Sie liefen drum herum.
Oma lächelte.
Der Enkel öffnete die Türen.
Half der Oma auf den Fahrersitz.
Selbst nahm er nebenan Platz.

Der Enkel sagte:
„Ich stelle dir den Sitz noch etwas höher.
Und noch etwas nach vorne.
Und jetzt die Spiegel.
Schau mal in die Spiegel, Oma.
Siehst du was?“

Die Oma strahlte:
„Ja, ich sehe.“
Und sie lächelte vor sich hin.
Beide blieben sitzen.
10 Sekunden.
20 Sekunden.
30 Sekunden.
Nichts passierte.
Dann sagte Thomas:
„So, und jetzt haben wir alles eingestellt.
Fahren können wir ja morgen.“
Die Oma nickte:
„Schön“, sagte sie.
Und dann ließ sie sich zurück begleiten.
Das Fahrzeug hatte keine Schramme.
Die Familie staunte über die Weisheit des Enkels.
Und alle waren glücklich.
Auch die Oma.

(Die Geschichte mit dem Enkel und der Oma ist wirklich so passiert.
So wie alle Episoden, die ich in diesem Beitrag erzähle.
Was nicht so war:
Es hat sich nicht um einen Mercedes gehandelt.
Aber für den Enkel war das Auto genauso wertvoll wie für manch andere ein Mercedes.)

Humor und Demenz - am Mercedes haben zwei erlebt, wie es zusammen passt.

Humor und Demenz #4: „Ich darf das“

Frau Gärtner wurde während ihrer Demenz manchmal ziemlich direkt.
Wo andere denken, da kann man nichts sagen, da sagte sie:

  • Du hast aber ganz schön zugenommen.
  • Was guckst du so blöd?
  • Lass mich in Ruhe, du …

Wenn ihr Sohn zu Besuch war, musterte er Frau Gärtner nach solchen Aussagen über seine Brillenränder hinweg.
Dann lächelte Frau Gärtner und sagte: „Ich darf das sagen. Ich vergess es eh wieder.“

Humor und Demenz #5: Jung gestorben

An einem der Orte, an dem ich studiert habe,
befand sich ein Diakonissenmutterhaus.
Die Diakonisse Schwester Magdalena verstarb.
Sie wurde etwa 85 Jahre alt.
Die älteste Diakonisse war damals schon weit über 100 Jahre alt.
Und manchmal auch etwas verwirrt.
Sie brachte die Trauer über den Tod ihrer Mitschwester jedoch aus ihrer Sicht sehr treffend zum Ausdruck:
„Dass die Schwester Magdalena jetzt aber so jung sterben musste!“

Humor und Demenz #6: Täglich neue Chancen

Hier das ehemalige Krankenhaus in meinem Nachbardorf Blumenfeld.
In einer Einrichtung dieser Art hat sich in den 1980er-Jahren dieses Erlebnis ereignet:

In einem Zimmer lagen drei Damen.
Eine davon, nennen wir sie Frau Müller, war leicht dement.
Eines Morgens füllte sie Wasser ins Waschbecken.
Und sie nahm die Zahnprothesen der drei Damen aus dem jeweiligen Prothesenbecher.
Sie legte die drei unteren und die drei oberen Zahnreihen ins Wasser.
Spülmittel dazu.
Und umrühren.
Die Krankenschwester kam ins Zimmer und fragte:
„Was haben Sie denn vor?“
Frau Müller betrachtete die Zahnprothesen
und sagte:
„Neuer Tag – neues Glück.“

Humor und Demenz #7: Wochenzeitung

Eine Dame im Pflegeheim hat eine Wochenzeitung abonniert.
Ich bringe sie ihr ins Zimmer und sage:‘
„Sie können mir ja nächstes Mal erzählen, was Sie in der Zeitung gelesen haben.“

Sie schaute mich an.
Lächelte.
Und sagte:
„Das kann ich Ihnen nicht versprechen. Sie müssen damit rechnen, dass ich es sehr schnell wieder vergesse.“

Dann dachte sie kurz nach. Und ergänzte:
„Aber das macht ja nichts. Dann kann ich es nochmal lesen. Und habe zweimal was davon.“

Humor und Demenz #8: Der Chefarzt

Herr Professor Gundermann wurde alt – und manchmal auch etwas vergesslich…
Eines Tages musste er ins Krankenhaus.
Als Patient.
Nur:
Die Rolle als Patient kannte er gar nicht.
Dann kam die Visite.
Der Patient saß auf seinem Bett.
Die Ärzte standen um das Bett des Professors herum.
„Was sagt das MRT?“
„Sind die Laborbefunde schon da?“
„War der Physiotherapeut schon bei ihm?“
Und was Ärzte halt so reden…

Dann schrillte es.
Ein Telefon.
Wie es halt so schrillt im Krankenhaus.
Der Professor riss die Augen auf.
Professor Gundermann sprang aus dem Bett auf.
Fuhr die Ärzte an:
„Was stehen Sie bloß so rum.
Ein Notfall.
Und Sie diskutieren über Laborwerte.“
Während er noch verdattert den Kopf schüttelte, gingen die Ärzte mindestens ebenso verdattert weiter.

Humor und Demenz #9: „Komm mal in mein Alter“

In einem Pflegeheim, in dem ich mal gearbeitet habe, gab es einen Pflegedienstleiter.
Er war damals um die 50 Jahre alt.
Der macht immer wieder den gleichen Witz.
Wenn eine Bewohnerin 93 Jahre alt wurde, sagte er:
„Kompliment. Sie sehen aber höchstens aus wie 92.“

Eines Tages kam er zu einer alten Dame.
Sie feierte ihren 87. Geburtstag.
Er sagte: „Sie haben sich aber gut gehalten. Sie sehen höchstens aus wie 86.“
Sie antwortete: „Na dann warte mal, bis ich in deinem Alter bin.“

Humor und Demenz #10: Weihnachtsbesuch

Ich gestalte den Heiligabendgottesdienst im Pflegeheim.
Meine Frau (lange dunkle Haare) und meine Tochter (damals ein halbes Jahr alt) waren auch dabei.
Ich gestalte den Gottesdienst gerne mit Krippenfiguren.
Zu jeder Figur erzähle ich etwas:
Das sind die Hirten, das die Weisen aus dem Morgenland – und hier der Engel…


Frau Kleinhans war auch dabei.
Sie war damals mittelschwer dement.
Nach dem Gottesdienst wurde sie gefragt:
„Und, wie war es im Gottesdienst?“
Darauf Frau Kleinhans (die sich wohl an meine Frau und meine Tochter erinnerte):
„Gut. Und Maria und Jesus waren auch dabei.“

Humor und Demenz #11: „Ganz Deutschland“

„Mailand oder Madrid – Hauptsache Italien.“
Mit diesem Spruch hat der Fußballer Andreas Möller seine Vorliebe zu italienischen Vereinen zum Ausdruck gebracht.
Ein Blick auf die Karte zeigt es natürlich, dass einer der zwei Vereine gar nicht zu Italien gehört.

Man braucht kein Fußballer zu sein, um Länder zu verwechseln.
In einer Runde im Pflegeheim haben wir Bilder von Reisezielen angeschaut:
Der Kölner Dom, der Hamburger Hafen, das Münchner Hofbräuhaus.

Da sagte Frau Brenner:
„Da war ich überall schon.
Ja, ich war schon überall in Deutschland.
Sogar auf dem Eiffelturm.
Da war ich noch jung und lustig.
Jetzt bin ich nur noch lustig.“

Zwischenfrage: Wie war das mit dem Angler?

Erinnern Sie sich an meine Frage mit dem Angler am Anfang?
Der eine hat was gefangen.
Der andere nichts.
Das hatte mit dem Köder zu tun.
Und das ist ein gutes Bild, um Humor und Demenz zusammen zu bringen.
Später mehr dazu.

Humor und Demenz #12: Beruf & Freizeit

Wenn ich ins Pflegeheim gehe, gehe ich eigentlich immer beruflich hin.
Ich trage Dienstkleidung – und ein Namensschild.
So kann man mich gut zuordnen.

Ich saß in einer fröhlichen Runde mit einigen Bewohnern.
Hatte Aktivierungskarten dabei.
Mit Bildern, Sprüchen und Rätseln.
Wir plauderten, stellten Fragen und lachten.

Da fragte mich die 81-Jährige Frau Huber:
„Sie, was machen Sie eigentlich beruflich?“

Humor und Demenz #13: Jung & alt

Besuch im Pflegeheim.
Bei Oma Josephine.
Die Enkel sind da und haben Urenkelin Sophia dabei.
Sie ist 5 Jahre alt.
Die Mama:
„Sophia weiß schon, wo rechts und links ist.
Willst du der Oma mal zeigen, wo rechts ist.“
Das Mädchen zuckt mit den Schultern.
Sagt: „Ich habs vergessen.“
Darauf runzelt die Oma die Stirn: „Mach dir nichts draus. Ich habs auch vergessen.“

Humor und Demenz #14: Nur lächeln?

Im Laufe einer Demenz kann das Lachen weniger werden.
Das laute Lachen weicht einem stillen Lächeln.
Und schon ein Lächeln kann ein großer Erfolg sein.
Hier stellvertretend eine leise Episode:
Für einen Mann habe ich eine persönliche Geschichte geschrieben.
Seine Angehörigen haben mir aus seinem Leben erzählt.
Die Mimik des Mannes war zunächst wie versteinert.
Der Mann war früher Bauer.
Und darum ging es auch in der Geschichte.
Ich habe zum Vorlesen ein Bündel Stroh mitgebracht.
Er hat gefühlt, wie es ihn piekst.
Und daran gerochen.
Und plötzlich lächelte er.

Humor und Demenz #15: „O lala!“

Eine Angehörige hat mir dieses Erlebnis erzählt.
Sie hat ihre Mutter gepflegt.
Mama war dement.
Ihr Ehemann verstorben.
Auf den Nachttisch stellte die Tochter ein Foto.
Das Bild des Ehemannes der dementen Dame.
Eines Tages hat die Mama das Bild betrachtet.
Sie begutachtete ihren verstorbenen Mann.
Erinnern daran, dass das ihr Ehemann war, konnte sie sich wohl nicht, vermutet die Tochter.
Und dann sagt die Mama, während sie das Foto ihres Ehemannes betrachtet:
„O lala. Ist das ein netter Mann.“

Humor und Demenz - wie wenn ein Huhn auf der Schulter sitzt (-:
Fragen Sie sich, was dieses Bild mit Humor zu tun hat? Ich verrate es Ihnen unten.

Humor und Demenz #16: Viele Fragen

Eine alte, demente Dame fragt mich: Wie?
Ich schaue sie an.
Sie ergänzt: Wie heißt sie nochmal?
Sie fragt: Diese Krankheit?
Ich frage: Welche Krankheit?
Sie sagt: Wie heißt diese Krankheit, bei der man vergisst?
Das Charmante an der Begegnung:
Ehe ich antworten konnte, muss die alte Dame selbst lachen.
Sie zuckt mit den Schultern, sagt:
„Ich habe das Vergessen vergessen.“
Und lächelt fröhlich dabei.

Humor und Demenz #17: „Nette Leute“

Eine Angehörige hat mir eine Geschichte erzählt.
Mama lebte bei ihr.
Und wurde von der Familie betreut.
Die Mutter genoss es.
War froh um Hilfe.
Doch es war ihr wohl nicht klar, das das ihre Tochter war, die sich da den ganzen Tag um sie kümmert.
Eines Tages sagte sie zu ihrer Tochter:
„Ich bin froh,
dass ich jetzt so nette Leute kennengelernt habe.“

Humor und Demenz #18: Durcheinander

Frau Lohse (91) wollte eigentlich sagen, dass sie durcheinander ist.
Doch das Wort fiel ihr nicht mehr ein.
So sagte sie, eigentlich auch so ähnlich:
„Ich bin ganz vermischt heute.“

Humor und Demenz #19: Erwartungen

Frau Mommsen kam aus gehobenem Hause.
Eines Tages musste sie ins Krankenhaus.

Die 96-Jährige war eine stets freundliche Patientin.
Aber auch bestimmt…

Eines Tages sagte die Krankenschwester:
„Kann ich Ihnen noch einen Tee eingießen?“

Darauf Frau Mommsen:
„Aber natürlich.
Das erwarte ich von meinem Personal.“

Humor und Demenz #20: Der Dachdecker

Altenpfleger Sven hat ein Schnäppchen gemacht.
Er hat ein altes Bauernhaus mit Garten gekauft.
Für sich und seine Familie.

Beim Leben mit Demenz hilft es manchmal, den Hintereingang zu nehmen.

Er hat sich in die Arbeit gestürzt:
Die Balken, die das Dach trugen, waren vom Holzwurm zerfressen.
Er hat sie erneuert.
Im Erdgeschoss roch es nach feuchtem Dreck.
Der Holzboden war von unten her durchnässt.
Sven hat ihn erneuert.
Die Obstbäume im Garten:
Die Äste wuchsen alle nach oben.
Die Bäume waren viele Jahre nicht geschnitten worden.
Sven holte seine Baumschere und schnitt die Bäume.
Eines Tages war er zum Arbeiten im Pflegeheim.
Benno musterte ihn.
Benno war 93 Jahre alt.
Von Beruf Dachdecker.
Inzwischen war Benno schwer dement.
Wusste seinen eigenen Namen nicht mehr.
Sven lächelte.
Er dachte:
Wir haben ja ein gemeinsames Thema.
Und sagte:
„Ich hab ein altes Haus. Mit Garten. Und bringe es in Schuss.“
Benno sagte:
„Uiuiui – ich habe auch Häuser repariert.“
Sven lächelt den Opa an und fragt ihn:
„Und?
Können Sie mir den Trick verraten?
Wie kann man ein Haus fit halten ohne viel Arbeit?“
Auch wenn Benno nicht mehr viel weiß.
Eines ist ihm klar:
Ein altes Haus macht immer viel Arbeit.
Der demente Dachdecker lächelte.
Und begann zu lachen.
Das Lachen wurde immer lauter.
Er schüttelte den Kopf:
Und klopfte sich auf die Schenkel.
Wie kann man nur auf so eine Idee kommen?
Ein altes Haus macht immer viel Arbeit…

Humor und Demenz #21: Der Narr

Ein Mann aus Köln kam in eine Klinik.
Er konnte nachts nicht schlafen.
Wurde unruhig.
Die Ärzte fragten sich: „Welche Tabletten sollen wir verordnen?“
Da hatte der Bufdi eine grandiose Idee.
Der kam ebenfalls aus Köln.
Er sang mit dem Patienten Karnevals-Lieder.
Und siehe da – es wirkte.
Besser als jede Tablette.
Der Karnevals-Freund schlief ein.
Bestimmt mit einem Lächeln im Gesicht.

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Als Angehöriger mit Geschichten und Humor durch die Demenz

Wem muss der Wurm schmecken?

Nun die Auflösung zur Geschichte mit den zwei Anglern.
Und was das mit Humor und Demenz zu tun hat:

Der Haken baumelt in der Luft.
Kein Fisch dran.
Der Angler ist frustriert.
Aber bei seinem Kollegen sieht es anders aus.
Er hat einen Fisch gefangen.

Woran liegt das?
Der 1. Angler sagt:
„Würmer sind eklig. Warum sollte ich sie an die Angel hängen.“
Fischer 2 sagt:
„Fische lieben Würmer. Und ich will einen Fisch angeln.“

Also suche ich den besten Wurm, den ich kriegen kann.
Und hänge ihn an die Angel.

Was lerne ich daraus?
„Der Köder muss dem Fisch schmecken.
Nicht dem Angler.“

Humor und Demenz muss zusammenkommen.
Weniger der Humor mit dem Vorleser.

Stellen Sie sich mal ein Kind vor.
Das will nicht in den Kindergarten.
„Nein, Kindergarten ist doof.“

Warum?
„Ich bin doch keine Tulpe“,
sagte das Kind.
Denn, so meinte das kleine Mädchen:
Im Kindergarten werden Kinder –
mit den Füßen in die Erde gebuddelt.
Und gegossen.
Darum wollte sie nicht in den Kindergarten!

Damit ist die Geschichte fertig.
Flach!
Keine Spannung!
Keine krachende Pointe!
Man muss sich fast fremdschämen für diese Geschichte.

Und jetzt kommts:
Diese Geschichte steht in einem meiner Bücher.
Dieses Buch von mir erschien dann in neuer Auflage.

Damals dachte ich:
Diese Geschichte nehme ich raus.
Schreibe eine neue.
Schließlich kann ich viel zu Humor und Demenz erzählen.

Am nächsten Tag war ich bei einigen dementen Senioren zu Besuch.
Und dachte:
„Ach komm, lies die Geschichte nochmal vor.“
Quasi um dich von ihr zu verabschieden.
Und was ist passiert?
Darüber habe ich selber gestaunt.
Gelächter.
Schmunzeln.
Gute Laune.

Die Geschichte kam richtig gut an.
In meiner Wahrnehmung ziemlich flach.
Meinen Zuhörern gefiel es.
Hier kam Humor und Demenz wohl in der richtigen Art zusammen.
Mein Fazit:
Ich werde die Geschichte nicht für den Literatur-Nobelpreis einreichen.
Sicher nicht!
Aber meinen Zuhörern gefällt sie.
Also bleibt sie im Buch.
Die Geschichte kam dem Angler etwas fade vor.
Aber für die Fische war sie passend.

Eigentlich nur auf ein Wort fokussiert:
Kindergarten.
Und da eine Geschichte drum gebastelt.
Die Kunst im Umgang mit Menschen mit Demenz liegt oft in der Vereinfachung.
Humor und Demenz zusammen bringen, kann heißen:
Es muss einfacher sein, als es mir manchmal gefällt…

Heißt:
Wenn die Demenz fortschreitet, überfordern komplexe Geschichten.
Die Sätze und Worte sollten einfacher sein.
Später sogar ganz in den Hintergrund treten.
Geschichten werden nicht mehr verstanden.

Was dann?
Mimik.
Gestik.
Slapstik.
Handlungen überzeichnen.
Schlacksig daherkommen.
Übertrieben große Schritte machen.
Tollpatschige Armbewegungen.
Ein auffälliges breites Lachen im Gesicht.
Oder auch mal eine rote Nase oder einen lustigen Hut aufziehen.
Auch ohne Worte können Humor und Demenz zusammen finden.

Humor hilft dabei, das Leben zu bewältigen.
In meinem E-Mail-Kurs
Als Angehöriger mit Geschichten und Humor durch die Demenz
und den nachfolgenden E-Mails
erzähle ich immer wieder Beispiele,
die Sie auf Ihre Art in Ihren Alltag einbauen können.
Und mit denen Sie dann besser mit Demenz umgehen können.
Bestimmt auch mit dem Thema Humor und Demenz.

Lassen Sie uns Omas Augen zum Leuchten bringen.

Ihr Uli Zeller

P.S.: Sie haben sich gefragt, was das Huhn auf meiner Schulter mit Humor zu tun hat? Wir haben einer unserer Hennen den Namen einer etwas „schwierigen“ Person aus unserem Umfeld gegeben. Weil es gewisse Ähnlichkeiten im Wesen gibt. Seit diesem Tag finde ich diese Person gar nicht mehr so schwierig. Weil ich immer an unsere Henne denken muss, wenn ich mit dieser Person zu tun habe. Für mich ein gutes Beispiel, wie Humor helfen kann.

P.P.S.: A propos tierische Geschichten. Greifen Sie doch mal zu meinem Buch „Erinnerungen auf 4 Pfoten: Hundegeschichten zum Vorlesen bei Demenz.“

Das wird Ihnen auch weiterhelfen

Wie wird man alt? Das sagen die 100-Jährigen selbst! [100+ Zitate]
Leben mit Demenz: 41 Erkenntnisse aus 100+ Zeitungsartikeln über Alzheimer & Co.
Demenz Podcast: 17 Podcasts mit 500+ Folgen – suchen Sie aus.
Was hilft bei Demenz: Diese 52 Fehler können Sie vermeiden.
Vortrag über Demenz von A-Z: Zu 23 Buchstaben ist mir was eingefallen.
Sprüche über das Alter: 500+ Zitate („Der 2. Frühling kommt mit den 3. Zähnen.“)
Geschichten: Wie eine 90-Jährige 60 Jahre jünger wurde.
Meine Bücher: 500+ Geschichten & Ideen für Menschen mit und ohne Demenz.
Validation Übungsbeispiele bei Demenz: 16 Situationen auf 48 Arten genial meistern.
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Beschäftigung für demenzkranke Männer: Diese 50 Ideen kommen super an.
Demenz Weihnachten: Feiert Oma zuhause oder im Pflegeheim?

P.S.: Falls Sie noch etwas zum Thema Humor und Demenz hören wollen, empfehle ich Ihnen Folge 53 des Demenz Podcast. Der Podcast ist von der Deutschen Alzheimer Gesellschaft und Medhochzwei. Christine Schön stellt in dieser Folge Angehörige und eine Klinikclownin vor – sowie einige Experten, die etwas zum Thema Humor und Demenz zu sagen haben.

Uli Zeller liest eine Kurzgeschichte für Demenzkranke vor.
Über den Autor: Uli Zeller

Der BestZeller...

  • schreibt Bücher, damit Menschen mit Demenz und Angehörige besser mit ihrer Situation umgehen können.
  • arbeitet seit 2008 im gleichen Pflegeheim.
  • ist Seelsorger, Autor und Krankenpfleger. 
  • schreibt als Reporter beim SÜDKURIER über Lokales.
  • hat 7 Hühner und 1 Gockel im Garten

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